Lawrence of Arabia

Lawrence von Arabien

Lean, David

Großbritannien 1962

Krieg/Abenteuer; Geschichte; Politik; Biopic; Rassismus; Held; Psychologie;

  Der 1916 in Kairo stationierte britische Kolonel T.E. Lawrence (Peter O'Toole) ist ein wegen seiner leicht arroganten, aber dennoch fröhlichen Art ein eher schwieriger Fall in der englischen Armee. Er wird deswegen von General Murray (Donald Wolfit) auf einen Sonderauftrag geschickt, Prinz Feisal (Alec Guinness) zu finden. Er macht sich auf und als bei einer Wasserquelle sein Begleiter Tafas (Zia Mohyeddin) wegen des „Wasserdiebstahls“ von Sherif Ali (Omar Sharif) vom Stamm der Harith getötet wird, setzt Lawrence den Weg allein fort, aber bei der Idee, durch eine tödliche Wüste nach Aqaba zu reiten, kann Ali nicht davon ablassen, seinen Mut zu beweisen und schliesst sich Lawrence an. Nachdem es ihnen gelingt und sie erneut zu einer Oase kommen, kommt ihnen Auda Abu Tayi (Anthony Quinn) vom Stamm der Howitat in die Quere. Da jener die Gewähr bekommt, in Aqaba „pleasure“ zu finden, stösst auch er dazu. Im Nu nehmen sie Aqaba ein. Lawrence geht zurück nach Kairo, um Gold für Abu und Gewehre zu holen und stösst dort auf General Lord Edmund Allenby (Jack Hawkins), dem er klagt, zwei Menschen getötet zu haben. Aber es bleibt nicht dabei: In Guerillataktik überfallen sie und plündern Züge, aber in der Stadt Deraa wird Lawrence von dem sadistischen türkischen Bey (José Ferrer) gefoltert und in den Dreck geworfen, was Lawrence bricht. Beim Sturm auf Damaskus richten seine Leute ein fürchterliches Blutbad an. Die von Lawrence versuchte Einigung der verfeindeten arabischen Stämme hält nicht lange vor, das von ihm angekündigte Chaos tritt in anderer Intention ein und desillusioniert fährt Lawrence nach England zurück.
  Jenes epische Werk führt den Weg eines Mannes nach, der eigentlich gewollt, aber dennoch wider Willen zum Held wird und damit letztlich scheitert. Es gelingt ein vielschichtiges Porträt von seinen Wandlungen und Verwandlungen, seinem Ringen um die eigene und eine andere Realität. Es ist das Psychogramm des Mannes, der im Gegensatz zu den Anderen vielleicht persönliche Ambitionen hat, aber von einem tiefen Verständnis für die Leute, die für ihre Freiheit kämpfen.  
  Lean macht einen speziellen Anfang: vor einem schwarzen Screen ertönt die Musik, zuerst Trommeln, dann symphonisch, was beim Zwischenspiel und am Ende wiederholt wird, Zeit zum einhalten. Darauf sehen wir mit Top Shot einen Mann, der an einem Motorrad bastelt. Der Mann steigt auf, fährt los, es ist eine ländliche Gegend, er passiert eine Allee, die Kamera nimmt verschiedene Perspektiven (frontal, subjektive) ein, es ist ein sonniger Tag. Die Geschwindigkeit steigt, der Motorradfahrer muss ausweichen und landet im Gebüsch, lakonisch hängt die Brille im Gebüsch. Es handelt sich um Lawrence, der so zu Tode kommt und im Weiteren beerdigt wird. Vor der Kathedrale unterhalten sich Männer vor seiner Büste, darunter der amerikanische Journalist Jackson Bentley (Arthur Kennedy) „, it was my privilege to know him and to make him known to the world.“. Die Meinungen über ihn gehen auseinander und lauten hinter vorgehaltener Hand anders als laut ausgesprochen. Dann erfolgt eine Rückblende, Lawrence gibt sich jovial, das Soldatsein macht keine Mühe, die Aufgabe nimmt er leicht „..it's going to be fun“. Hier ist Lawrence bereits Störfaktor: einem wirft er die aufgestellten Billardkugeln durcheinander und beim Gehen stößt er einen Tisch um. Murray unterschätzt schon hier den arabischen Aufstand „It's a storm in a tea cup, Mr. Dryden - a sideshow.“, der General geht auch nicht einig mit dem Zivilsten Mr. Dryden (Claude Rains), der prophetisch ankündigt „Big things have small beginnings, sir.“ Am Filmende sitzt Lawrence in einem Auto, es geht nach Hause und als letzte Einstellung passiert sie ein Motorrad, welches im Staub verschwindet, das Motiv des Anfangs aufnehmend.
  Von Anfang an inszeniert sich Lawrence anders und hat ein gebrochenes Verhältnis zu seinem Mutterland. Gegenüber Tafas beschreibt er England als „a fat country. Fat people.” und  als Tafas sich wundert, entgegnet Lawrence mit “I'm different.“ Auf Feisals Frage „Are you not loyal to England?”, antwortet Lebemann Lawrence “To England, and to other things.” Mit der Zeit bekommt Lawrence die Aura von Unsterblichkeit. Schon vorher teilte er dem Offizier Potter mit, als jener sich wundert, wie er mit den Finger ein Streichholz löschen kann: „The trick, William Potter, is not minding that it hurts.“ Als Lawrence geohrfeigt wird, entlockt das in ihm nur ein hysterisches Lachen. Das kann als sadomasochistisch interpretiert werden, muss aber nicht, nicht zuletzt weil es dem harten Bild eines Soldaten entspricht (um nicht sagen zu wollen, alle Soldaten seien sadomasochistisch). Nach dem Überfall auf den Zug steht er oben triumphal, läuft als Schatten über den Zug und sonnt sich im Triumph, als ein Türke auf ihn zielt, aber ihn trotz mehrerer Schüsse nur einmal streift. Brighton (Anthony Quayle) erkundigt sich nach Lawrences Wohlergehen: „I'm not hurt at all. Didn't you know? They can only kill me with a golden bullet.“, während Auda Zweifel äußert „You´re using your nine lives rather quickly“. Er weiß sich zu inszenieren, ist sich seines Erfolges bewusst, setzt Bentley gezielt ein, um seinen Mythos zu schüren „doesn´t mind pictures taken“. Starr ist er von sich überzeugt, fast dickköpfig und verbohrt. Der Erfolg gibt ihm Recht, er wird angehimmelt „The best of them won't come for money; they'll come for me.“ Er braucht niemanden, ist am liebsten auf sich allein gestellt, am schönsten dargestellt, als er allein durch die Berge reitet (nachdem er Alis Angebot abschlug, mit diesem zu Feisal zu reiten, wobei Ali ihm den Kompass entwenden will und fragt, ob er keine Angst habe, was Lawrence abschlägig beantwortet: „My fear is my concern.“, was wiederum Ali imponiert), singt und diese sein Echo zurückwerfen. Dies erinnert – wie manch anderes – an den Western und dessen einsame Helden. Selbst in Deraa ist sein Ziel „… to announce myself.” Entsprechend gestaltet er seine Truppe „I don´t want ordinary men“. Allenby drängt ihn förmlich zum außergewöhnlichen, nicht „I know I'm not ordinary.“, sondern „All right! I'm extraordinary! What of it?” Am Ende gesteht sich Lawrence die Niederlage ein „The truth is: I'm an ordinary man. You might've told me that, Dryden.” Es zeigt sich die Macht der Illusionen, nicht nur jene in der Presse dargelegte.  
  Bestimmte Situationen zeigen Lawrence als „sword with two edges“. Für die Durchquerung der Wüste Nafud, die Ali als “the worst place God created” beschreibt, gibt Ali mit Lawrence auf einer Anhöhe stehend zu bedenken „There is the railway. And that is the desert. From here until we reach the other side, no water but what we carry with us. For the camels, no water at all. If the camels die, we die. And in twenty days they will start to die.” Diese Herausforderung spornt Lawrence mit einem Lächeln auf dem Gesicht nur an:  “There's no time to waste, then, is there?” und sie reiten los. Lawrence macht als erster schlapp und Ali muss ihn wecken “drifting” statt “thinking”. Als dann Gasim (I.S. Johar) nicht mehr auf seinem Kamel hockt, lehnt Ali es ab, wegen ihm zurückzureiten, wo sie sowieso schon extrem knapp an Wasser sind und Gasim sowieso bereits mehr tot ist, wie es geschrieben steht, was Lawrence nicht anerkennt. Ali prophezeit: „You will not be at Aqaba, English! Go back, blasphemer... but you will not be at Aqaba!”, aber Lawrence ist sich sicher “I shall be at Aqaba. That, IS written.” Der Araber gibt seinen Landsmann auf, der Engländer setzt sein Leben aufs Spiel. Gasim irrt durch die brennende Wüste, entledigt sich seiner Gürtel. Lawrence findet ihn und bringt ihn zurück, worauf Ali ihn erfreut den Wasserbeutel reicht und ihm darauf unter „nothing is written“ einen Burnus aushändigt als Zeichen von Freundschaft und Versöhnung. Einige Zeit später geraten die beiden Stämme aneinander, eben jener Harith Gassim erschießt einen Howitat und Lawrence kann nur den Frieden herstellen, indem er selbst als neutrale Person Gassim erschießt, wozu sich sonst niemand bereiterklärte „Then I will execute the Law. I have no tribe and no one is offended.” Nach seiner ersten Tötung wirft er die Pistole verärgert weg. Lawrence sieht ein, dass Situationen andere Entscheidungen fordern, als ihm selbst lieb sind und das darüber hinaus ohne große Not, aber ebenso nicht mit zwingender Notwendigkeit.  Als Lawrence sich mit den jungen Outcasts Daoud (John Dimech) and Faraj (Michel Ray), die ihn mehr verehren statt dienen, durch den Sinai aufmacht, versinkt Daoud im Treibsand, Lawrence muss das hilflos mit ansehen, mit gesenkten Kopf und weißem Gesicht ist er schockiert. Mit Faraj durchquert er allein eine Ruinenstadt, er ist eine gebrochene Figur. Gegenüber Allenby schildert er die zwei Tötungen und das spezielle ist für ihn „I enjoyed it.“ Im Weiteren zückt er  mit Wahnsinn im Gesicht schnell die Pistole, tötet Faraj und selbst wenn die Araber die Wut im Bauch haben, gebietet er ihnen beim Massaker keinen Einhalt. Dem Krieg kann sich niemand entziehen und jeder wird von der Gewalt angesteckt, wenn er/sie nur lang genug anschaut. Feisal erkennt ihn „With Major Lawrence, mercy is a passion. With me, it is merely good manners. You may judge which motive is the more reliable.” Allenby beschreibt ihn “Undisciplined... unpunctual... untidy. Knowledge of music... knowledge of literature... knowledge of... knowledge of... you're an interesting man there's no doubt about it.”
  Feisal wird auch sonst positiv und ausgeglichen dargestellt, ein ruhender Pol. Er hat als älterer eine ähnliche Position wie Dryden für die Gegenseite, der am Ende mit einigen Weisheiten aufwartet, über Lawrence und Allenby "Inevitably, one of them's half-mad - and the other, wholly unscrupulous.“, über die Wahrheit „A man who tells lies, like me, merely hides the truth. But a man who tells half-lies has forgotten where he put it.” und über das Leben allgemein “Life is a vale of troubles.” Auda dagegen gibt sich zwar volkstümlich gegenüber seinen Howitat, trotz seiner Erfolge und Schätze „Because I am a river to my people!“ was von seinen Leuten laut bejubelt wird.  Er scheint nach dem Lustprinzip zu funktionieren „…because it is his pleasure“, nicht verlegen um eine scharfe Bemerkung gegenüber Lawrence: „Thy mother mated with a scorpion.“ Oder gegenüber Brighton: „Be thankful that when God gave you a face, he gave you a fool's face.” Auda trägt eine blaue Kleidung, Ali ist schwarz gekleidet und stolz auf seine Bildung, eine durchaus differenzierte Zeichnung des Fremden.
  Mit Tafas schließt Lawrence schnell Freundschaft, schenkt ihm sogar die Pistole, beide verstehen sich gut. Mit Ali ist es mehr eine Hassliebe, die sich aus dem gegenseitigen Respekt für die Leistungen des Anderen speist. Von Allenby gefragt, leugnet Lawrence wie einst Judas: “I have no Arab friends. I don't want Arab friends !” und gibt sich zufrieden mit “I just want my ration of common humanity.”, was dem genau widerspricht. Ali, der ihn genauso wie Feisal als “almost an arab” bezeichnet, teilt er seinem Entschluss mit, seine Haut lasse sich nicht ändern, während Ali ihn an seine eigenen Worte erinnert „A man can do whatever he wants“. Das alles zeigt die Schwierigkeiten der Assimilation, die nie ganz gelingen mag, immer bleibt die Sehnsucht nach der Heimat zurück. Der Kontrast zwischen den Europäern und Arabern wird vielfach offenbar: türkische Flugzeuge greifen ein Lager an und da hilft kein „stand and fight“ mit Pferden und Schwertern, sondern eher „they simply won´t understand what modern wars do“, obwohl später das den Erfolg nicht hindert, wenn es eine gewisse Unterstützung durch Waffen gibt. Uneinig ist man sich, ob Disziplin oder Gewehre einen Kriegsvorteil bringen. Tatsächlich bekommt Brighton Recht und die britische Unterstützung kommt eigentlich erst zum Tragen als alles entscheiden ist, selbst wenn es heißt „british and arab interests are the same“. Feisal weiß es besser: “The English have a great hunger for desolate places. I fear they hunger for Arabia.”  Auch am Ende, nachdem die Briten mit den Franzosen alles aufgeteilt haben, ist Feisal darüber informiert: “Major Lawrence doubtless has reports to make upon my people and their weakness, and the need to keep them weak in the British interest... and the French interest too, of course. We must not forget the French now...”, während Alleby tapfer, aber nicht überzeugend lügt und indigniert behauptet “I've told you, sir, no such treaty exists.”. Freilich bricht die alte Feindschaft zwischen den Stämmen wieder auf, sie können sich nicht einigen. Dass weder die Elektrizität funktioniert noch die Wasserversorgung im türkischen Krankenhaus (dafür schwirren die Fliegen) und auch die Konferenz nicht beschlussfähig ist, wirft ein schlechtes Licht auf die Nichtkaukasier, auch angesichts dessen, dass sich die zwei Erzfeinde England und Frankreich scheinbar en passant einigten, aber wenn fremde Pfründe verteilt werden sollen ist das vielleicht einfacher.
  Es gibt verschiedene Episoden von Rassismus. Als Lawrence mit dem Beduinen in die Offiziersbar kommt, will dieser ihnen keine Limonade geben. Auch unter den Arabern ist das üblich: Tafas sagt über Ali „The Harith are dirty people“, während Ali über Tafas von sich gibt „He is nothing, the well is everything“. Die erste Begegnung zwischen Ali und Auda  ist von Anschuldigen geprägt, Auda sieht Alis Vater als Dieb, Ali meint, Auda sei unehelich  (was auf Lawrence zutrifft). Dass Lawrence zu Ali sagt „So long as the Arabs fight tribe against tribe, so long will they be a little people, a silly people - greedy, barbarous, and cruel, as you are.” mag viel Wahres enthalten, kommt aber für Ali beleidigend an. Majid bezweifelt, dass Lawrence als Araber durchkommt, aber jener fordert: „If one of you will lend me some dirty clothes.“, was den Dreck mit Arabern assoziiert. Die Türken sehen die Araber nicht als Soldaten, sondern Rebellen und das im eigenen Land. Wenig von ihnen wird positiv dargestellt. Der Bey klagt: “ If I were posted to the dark side of the moon I could not be more isolated.” und bezeichnet seine Helfer als Vieh. Der Bey spuckt ihn an (auch Auda spuckte aber auf den Boden), Lawrence schlägt ihn. Im Folgenden wird er aufgespannt und gefoltert, die Kamera zwischen dem lachenden Gesicht desjenigen, der ihn festhält und dem angespannten von Lawrence variierend, der Bey steht im Türspalt und schaut zu. Daraus einen homosexuellen Kontext zu sehen ist eine gewagte Überinterpretation, selbst wenn keine Frauen im Film vorkommen, Lawrence sanft spricht und der Bey die weiße Haut von Lawrence anpackt. Jene Szene kann genauso und eher rassistisch gelesen werden, die Unterlegenheit des Orients gegenüber dem Okzident. Seine heftige negative niederschmetternde Reaktion danach spricht ebenfalls gegen die Interpretation sadomasochistischer Neigungen von Lawrence. Außerdem geht Lawrence gegen die Türken gnadenlos vor, kennt kein Erbarmen, was wiederum belegt, wie differenziert sich Rassismus äußern kann.  
  Dass alle englisch reden und alle von amerikanischen oder europäischen Schauspielern verkörpert werden, muss in der Entstehungszeit des Filmes verortet werden.
  Ähnlich wie gegenüber Ali  nimmt Lawrence auch Allenby für sich ein, jener kritisiert: „You acted without orders, you know.“, aber Lawrence kontert “Shouldn't officers use their initiative at all times?“ Gegen seinen Widerstand, trotz einem gewissen Unglauben und selbst in der Kleidung der Araber wird Lawrence zum Major befördert, denn Allenby glaubt, das Gute mit bloßem Auge sehen zu können. Jene Szenen sind von Absurdität und Ironie geprägt, auch durch die Militärmusik oder dass von Perkins nur der Unterkörper gezeigt wird. Wie Lawrence Allenby rumbekommt, fordert Respekt und viele gratulieren ihm.    
  Auf der Politik, die eigentlich in der Großwetterlage nur gestreift wird, wird herumgeritten, die sich sonst heraushält und die Leute vor Ort die Drecksarbeit machen lässt oder ihre Pläne durchquert. Lawrence sagt “There may be honor among thieves, but there's none in politicians. “ Bentley äußert sich „You answered without saying anything. That's politics.” Politik wird als minderwertige Beschäftigung angesehen. Ob die Briten Ambitionen in Arabien haben, beantwortet Allenby nicht, weil er kein Politiker sei und Dryden findet die Frage schwierig. Dabei ist Lawrence Aufgabe die eines Einigers und Vermittlers, also diplomatischer Natur, was er allein durchzieht, nur mit ideeller Unterstützung versehen.
  Auda glaubt an eine mystische Beziehung der Wüste für Lawrence „there´s only the desert for you“. Feisal relativiert: “No Arab loves the desert. We love water and green trees. There is nothing in the desert and no man needs nothing.” An der Küste gesteht Lawrence “My God I love this country”. Gegenüber Bentley schätzt Lawrence die Reinheit der Wüste, beschreibt sie als „ocean in which no oar is dipped“. Eines der Lieblingsmotive sind Sonnenaufgänge, in verschiedenen Umgebungen und mit unterschiedlichen Farbschattierungen (orange, blau, rot) gefilmt. Daneben gibt es lange Ritte durch die Wüste, fast immer erscheint der Mensch darin klein. Besonders wenn es sich um eine Gruppe von Menschen handelt, wird die Totale eingesetzt, wobei die Menschen unscheinbare kleine Punkte sind. Die Sonne brennt, der Wind peitscht und in der Ausgedehntheit der Szenen zeigt sich das harte Leben, obwohl das Leiden noch eindrücklicher hätte dargestellt werden können. Am Ende reiten sie durch zerstörtes Land, das Schlachtfeld wird kurz mit einem dunklen Himmel gezeigt. Ähnlichkeiten lassen sich mit The far Country ausmachen.  
  Mit 7 Oscars ausgezeichnet ist dies ein monumentales Werk, mehr Kriegsfilm als Abenteuer, da das Abenteuer in den Kriegshandlungen einbezogen wird, in der Inszenierung in vielem an den Western erinnernd. Am überzeugendsten ist der Film in der Zeichnung von Lawrence, der viele Transformationen seiner Persönlichkeit durchläuft und doch nie ganz fassbar bleibt, uns Raum für eigene Gedanken überlässt. Dabei sind die Kämpfe der Araber untereinander und das Verständnis für deren Kultur von großer Aktualität.
 
Achim Hättich

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